Geschichte

Die Vereinsgeschichte: Siebzig Jahre und mehr …….

1926 war zwar das offizielle Gründungsjahr der Karnevalsgesellschaft “Flöck Flöck” Limbach, doch hat närrische Treiben in hiesigen Landen schon weit früher begonnen.

Vor dem 1. Weltkrieg – so wurde bekundet – fühlten echte Limbacher Bürger “Fastelovend” ein gewisses Kribbeln im Blut, das nur durch närrisches Tun normalisiert werden konnte.

Überliefert ist ein Umzug um die Jahrhundertwende durch die Dörfer Griesenbach, Oberscheid, Buchholz, Rindhausen und Asbach. Start und Ziel war Limbach. Die Rundfahrt fand solchen Gefallen, dass sie in der Folge öfters wiederholt wurde. Dabei stärkten sich die Fastnachtsjecken in den Gaststätten mit flüssigem Brot; in den Häusern wurden ihnen Mutzen und Waffeln gereicht.Aus dem Kirchspiel Limbach kam auch der Begründer des Karnevals in Asbach; es war Johann Marnett aus Hussen, im Volksmund auch “Moltke” genannt. Von 1914 – 1918 stand keinem der Sinn nach Fastnachtstreiben; aber mit fortschreitender Friedenszeit regte sich wieder der Bazillus der Karnevalitis, ergriff in der Karnevalswoche Besitz von den echten Jecken und vereinte sie zu löblichem Tun.

Erst 1926 wurde jedoch aus den Lempicher Jecken eine Interessengemeinschaft, die sich den Namen ” Flöck – Flöck ” gab.

Und wie kam das? – Nun ja, wie sich so manches oft von selbst ergibt. Da saßen die Bürger aus Limbach nach dem Abbrennen des Martinsfeuers beim ” Bungjaden Jüppchen “. Dem Drofkrugbesitzer. Man unterhielt sich über die Neuigkeiten der letzten Tage, sprach über die Kartoffelernte und plante schon die Dreschrunde für den kommenden Winter, als ” de ahl Schringer ” ( Johann Zimmermann ) aus Asbach kam und über eine Versammlung des dortigen Karnevalsvereins zu berichten wusste, an der er als Zaungast teilgenommen hatte. Das Thema interessierte sogar die Kartenspieler, die das Blatt ruhen ließen, als in der Gaststube der Tenor laut wurde, auch in Limbach einen Karnevalsverein zu gründen. Nur noch um den Namen ging es, als einer aus der Runde feststellte, dass sich die Uhr auf 23.11 Uhr ( 11.11 Uhr ) zu bewegte. Sollte doch um diese Zeit – so galt die Wette – der Name geboren sein.

 

“Flöck, flöck moss dat john, wenn dat noch klappe soll”, soll einer der Anwesenden gesagt haben. Wer es war, ist im Nachhinein nicht mehr feststellbar. Jemand griff dieses ” Flöck – Flöck “( Mundart für: flott, rasch, schnell ) jedoch
auf, und der Name war geboren. Da der erste Vorsitzende, Johann Zimmermann und der Kassierer, Wilhelm Büllesbach, bereits gewählt waren, konnte der ” Flöck – Flöck ” seine Arbeit aufnehmen. Die erste Vereinsversammlung fand im Januar 1927 statt und hatte viele Besucher.

Erster Karnevalsprinz war Toni Buslei und die Beteiligung an den Veranstaltungen war groß. Bis in die Dreißiger Jahre stand jede Session ein Prinz dem Karnevalsgeschehen vor, bis sich die Machtübernahme der Nationalsozialisten abzeichnete. Alle nicht eingetragenen Vereine wurden aufgefordert, ihr Geldvermögen für einen guten Zweck zur Verfügung zu stellen. Früh genug bekam der damalige Vorstand der Karnevalsgesellschaft Wind von der Sache und noch rechtzeitig konnten die vorhandenen Überschüsse in Form eines geselligen Beisammenseins an den rechten Mann gebracht werden.

Von 1933 bis zum Kriegsbeginn übernahm der dorfansässige Wirt die Regie in Sachen Fastnachtsveranstaltungen. Während des 2. Weltkrieges ruhte das fastnachtliche Treiben.

 

Der Neuanfang im Jahre 1952

Die KG ” Flöck – Flöck ” konnte erst 1952 nach dem Wiederaufbau des durch den 2. Weltkrieg völlig zerstörten Saales wieder richtig aktiv werden. In den Jahren davor fand das lustige Karnevalstreiben in der Gatswirtschaft Klein, dem früheren ” Bungjaden Jüppchen ” statt. Josef Buslei als Prinz Josef II vom Hobelspan ergriff nach 1931 zum zweitenmal das Zepter der Narretei und leitete damit eine neue Ära der KG Flöck – Flöck Limbach ein. In ununterbrochener Folge stellt sich seitdem ein Prinz unserer Gesellschaft dem Volke vor.Mit dem Neubeginn der Saalveranstaltungn im Jahre 1952 fand auch im selben Jahr der erste Veilchendienstagszug statt.

Wie der Name ” Flöck – Flöck” schon sagt, musste immer alles schnell gehen.

So wurden auch die Umzugswagen beim ” Flöck – Flöck” immer auf die Schnelle gebaut. Einige Wagen waren mit Pferden bespannt, so unter anderem auch der Prinzenwagen. Schnell wurde am Dienstagmorgen die ” Bütt ” aus dem Saal geholt und auf dem Wagen befestigt, danach wurde alles mit Krepppapier und Luftschlangen geschmückt. Nun konnte der Prinz den Wagen besteigen.

Alle anderen Aktiven waren ebenfalls an diesem Morgen mit dem Wagenbau beschäftigt. Teilweise wurde in den Wald gefahren, um Tannengrün zu holen, dann kamen noch Luftschlangen an den Wagen und um 14.30 Uhr konnten alle Wagen starten. Im Zug waren Pferde, Pferdewagen, Motorräder, Autos, Traktoren und Fahrräder. Der Zugweg führte von Limbach aus nach Sessenhausen, zurück nach Limbach, weiter über Elles nach Griesenbach und dann nach Löhe bis zur Gastwirtschaft Diepenseifen. Durch den langen Zugweg ( 7 km ) wurde immer viel Schnaps getrunken, so dass am Zugende kaum jemand nüchtern nach hause ging.

Heute ist der Zugweg nur halb so lang, dafür wird mit dem Wagenbau einige Wochen früher begonnen. Nach wie vor ist aber der Veilchendienstag einer der höchsten Feiertage in unserem Kirchspiel und zahlreiche Gäste von nah und fern können wir als Zuschauer beim Straßenkarneval begrüßen.

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